1. Männer – Punkteteilung im Topspiel gegen Gladbach
Veröffentlicht am29. September 2013
von marcus
Im Spitzenspiel der Handball-Oberliga traf unsere 1. Männermannschaft am vergangenen Wochenende in der Vogteihalle auf den langjährigen Ligakonkurrenten Borussia M´gladbach. Und die Partie hielt, was sich die zur Heimspielpremiere des ATV zahlreich erschienenen Fans davon versprachen. Attraktiver Tempohandball mit vielen schönen Toren von allen Positionen sowie sehenswerten Paraden der zwischen den Pfosten agierenden Torhüter. Die Führung wechselte ständig, und keinem Team gelang es, sich deutlich abzusetzen. Nachdem es bereits zur Halbzeitpause unentschieden (15:15) stand, hieß es auch nach 60 Minuten leistungsgerecht 28:28.
Schlussviertelstunde bringt ATV einen Punkt
Handball-Oberliga Männer: TV Aldekerk – Borussia Mönchengladbach 28:28 (15:15).
VON REINHARD PÖSEL
ALDEKERK Nach dem 35:17-Auftaktsieg der Aldekerker Oberliga-Handballer bei Treudeutsch Lank erwartete das Team von Trainer Achim Schürmann den in dessen Augen „Aufstiegsfavoriten 1a“ Borussia Mönchengladbach. Am Ende hatte der ATV den Gästen ein 28:28 (15:15) abgetrotzt und schien damit einigermaßen leben zu können. Das auch deshalb, weil die Aldekerker um ihren Mittelmann Christopher Liedtke, der den guten Gladbacher Torwart Henrik Buerger fünf Mal bezwang, in der letzten Viertelstunde des Spiels noch einmal Kräfte mobilisierte und dadurch die sich abzeichnende Niederlage abwendeten.
Auf der Uhr standen noch 15 Minuten, nachdem der Gladbacher Maximilian Greven mit dem Treffer zum 26:22 sein Team ein erstes Mal in dem sehr vom Kampf geprägten Spiel mit einem Vorsprung von vier Toren in Führung gebracht hatte. Wenige Sekunden später hatte der Aldekerker Coach den grünen Karton mit dem schwarzen „T“ auf den Zeitnehmertisch gelegt und eine Auszeit beantragt. Er habe gesehen, wie die Köpfe seiner Spieler heruntergingen, sagte Schürmann. In den 60 Sekunden, in denen er seine Spieler um sich versammelt hatte, war er dann auch ausschließlich mit Motivationsarbeit beschäftigt. „Körpersprache“ wolle er sehen und „Gas, Gas, Gas“. Jetzt komme „unsere Viertelstunde“, mit diesen Vorgaben schickte er seine Spieler auf die Platte zurück.
Es sollte aus Aldekerker Sicht die entscheidende Phase eines Spiels werden, in dem die Gastgeber die meiste Zeit einem wenn auch nur knappen Rückstand hintergelaufen waren. Aldekerks Co-Trainer Jens Schnaithmann, der im zweiten Durchgang in der Abwehr mithalf, den gegnerischen Top-Schützen Björn Marquardt in den Griff zu bekommen, sah den Grund dafür darin, dass „wir nicht die Spielkonzepte gezeigt haben, die wir können“.
So beschränkte sich beim ATV im Angriff zu vieles auf Einzelaktionen – nicht nur aus dem Rückraum, in dem Christoph Kleinelützum nach einem zuletzt bewährten Gladbacher Muster gleich von Beginn an Mann gedeckt wurde und erst gegen Spielende zuschlagen konnte. Von außen wurde zu ungenau geworfen – und Thomas Jentjens tat sich mit der konsequent zupackenden Gladbacher Abwehr schwer. „Und unsere Torleute haben uns erst gegen Ende des Spiels helfen können“, umschrieb Trainer Schürmann die Leistung auf einer Position, auf der die Borussia Vorteile hatte.
Doch durch vermehrten kämpferischen Einsatz, Willensstärke und etwas Fortune korrigierten die Aldekerker in der letzten Viertelstunde einiges von dem, was vorher nicht ganz so optimal klappte. Die Spieler nahmen den in der Auszeit beschworenen Strohhalm ihres Trainers beherzt auf und stabilisierten ihn. In der Abwehr funktionierte das Zusammenspiel mit den Torleuten besser, vorne brachte man den „Monsterblock“, wie Gladbachs Trainer Zoran Cutura seine Innenverteidigung nannte, etwas besser in Bewegung und traf vier Mal in Folge. Parallel dazu ging Gladbach leer aus. Überdies vermochten die Aldekerker die dritte Zeitstrafe ihres Abwehrchefs Markus Nacken gut wegzustecken.
Nach dem 26:26 (52.) stand die Partie wieder Spitz auf Knopf. Das spürten auch die Aldekerker Zuschauer, die ihre Mannschaft in der Schlussphase mit rhythmischem Klatschen unterstützte. Beide Teams hatten hinten heraus die Chance, den Siegtreffer zu erzielen. Letzten Endes trennten sie sich 28:28, was den Gladbacher Coach dazu veranlasste, nach dem Abpfiff minutenlang auf seine Mannschaft einzureden. Er machte ihr eindringlich klar, weshalb sie ihn enttäuscht und eine große Chance auf den Sieg vergeben habe. Für Cutura schien der Punkt-Verlust einer gefühlten Niederlage gleich zu kommen. Das Aldekerker Lager hingegen verbuchte den erreichten Punkt dann doch eher als Gewinn.
ATV Thommessen, Lindenau – Liedtke (5), Mumme (5), Kleinelützum (4/2), Schneider (4/2), Wefers (3), Jentjens (2), Dickel (2), Greven (1), Küsters (1), Nacken (1), Kempmann, Pietralla (verletzt). Nächstes Spiel SG Langenfeld – ATV (Sa., 17.30 Uhr, Konrad-Adenauer-Halle).
Publikation Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe Rheinische Post Geldern
Erscheinungstag Montag, den 30. September 2013
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