9-stündige Odyssee zum GTÜ-Cup nach Herrenberg….

Veröffentlicht am28. Dezember 2013

von marcus

In den Weihnachtsferien und der damit verbundenen handballlosen Zeit ist nun endlich mal Gelegenheit, von der ein oder anderen Veranstaltung zu berichten, die ansonsten im „Tagesgeschäft“ wohl eher untergegangen wäre. Wie zum Beispiel die Fahrt unserer weiblichen A- und B-Jugend zum hochklassig besetzten GTÜ-Cup ins 450 Kilometer entfernte Herrenberg Mitte September 2013.

 Aldekerk: Fahrt nach Herrenberg wird zur Odyssee
Handball: Der GTÜ-Cup der SG H2KU Herrenberg lockt hochklassige Mannschaften ins Gäu

Unter den 98 Mannschaften, die sich am vergangenen Wochenende in den Herrenberger Sporthallen und Schulen tummelten, befand sich dieses Jahr zum ersten Mal auch der TV Aldekerk. Knapp 450 Kilometer mussten die Trainer Michaela Hufschmidt und Jörg Hermes mit ihren beiden Mannschaften am Freitag zurücklegen, was sich als komplizierter entpuppte als anfänglich geplant.

Von Vanessa Frey

Geschlagene neuneinhalb Stunden war der Tross der weiblichen B- und A-Jugend des TV Aldekerk am vergangenen Freitag unterwegs, bis sie endlich den Weg ins Gäu fanden. An drei Ursachen konnte der Übungsleiter Jörg Hermes dieses zeitliche Dilemma festmachen: „Die Abfahrt hatte sich aufgrund einer Schulveranstaltung schon hinausgezögert. Dazu kam dann noch ein schweres Unwetter, das uns das Fahren sehr erschwerte. Die Krönung war jedoch ein Riesenstau zwischen Oberhausen, Köln und Frankfurt.“

So kam es, dass der TV erst gegen 23 Uhr in Herrenberg ankam. „Unser Navigationssystem hat uns dann über etliche Landstraßen hierhergeführt und das ist bei Nacht wirklich überhaupt kein Spaß, es war eine echte Odyssee.“ Bevor es dann zum Schlafen in das zugeteilte Klassenzimmer ging, wurden die angestrengten Gemüter von Spielerinnen und Trainern noch mit leckeren Schnitzeln aus dem Gasthaus Traube besänftigt. „Sie haben extra auf uns gewartet und waren wirklich unglaublich nett zu uns. Überhaupt sind alle bei diesem Turnier überaus freundlich und hilfsbereit“, meinte A-Lizenz-Inhaber Hermes. Dies, gepaart mit der unfassbaren Leistungsdichte beim GTÜ-Cup, veranlasste die beiden Verantwortlichen auch, den weiten Weg ins Schwabenland auf sich zu nehmen und ihre Mannschaften vor Rundenbeginn einem Härtetest zu unterziehen.

„Mannschaften“ ist dabei das Stichwort, denn Michaela Hufschmidt und Jörg Hermes betreuen im Normalfall die A- und B-Jugend parallel. „Unsere Mädels trainieren eigentlich immer zusammen. So haben wir uns ein gutes Grundgerüst geschaffen und können unsere Konzepte mannschafts-übergreifend voll durchziehen“, schildert die 43-jährige Trainerin die sportliche Situation des Vereins nahe der niederländischen Grenze.

Ungeschickt nur, dass das Turnier der weiblichen B-Jugend in der Längenholzhalle stattfand, während die A-Jugend in der Markweghalle spielte. Also hieß es für den Realschullehrer und die Hausfrau, weiterhin im Auto zu sitzen und zwischen den Hallen hin und her zu pendeln. Als wären sie am Freitag nicht schon genug im Verkehr unterwegs gewesen. Für die beiden aber kein Problem, denn: „Wir sind einfach handballverrückt.“ Für Jörg Hermes ist Aldekerk mit seinen 2 500 Einwohnern eher ein „kleines gallisches Dorf“. Fast alles dort sei auf den Handball ausgerichtet, er selbst fahre fast jeden Tag von Düsseldorf 100 Kilometer zum Training und zurück.

Große Anstrengungen werden dort im Westen also betrieben, die auch ihre Früchte tragen. In der letzten Saison wurde die weibliche B-Jugend deutscher Vizemeister. Unzählige Meisterschaften in den Weststaffeln wurden in der Vergangenheit gewonnen und werden wohl auch in Zukunft eingefahren werden.

Einen Titel konnten die Teams in Herrenberg zwar nicht gewinnen, sie schlugen sich jedoch beachtlich. Die A-Jugend, die in dieser Saison auch in der neu geschaffenen Bundesliga antritt, verlor im Finale knapp gegen den TSV Birkenau, während die B-Jugend einen guten dritten Platz belegte.

„Man kann mit Sicherheit sagen, dass dieses Turnier zu den vier besten in ganz Deutschland gehört, wir wollten unbedingt hier mitspielen“, zeigt sich der 47-jährige Hermes begeistert. Als Michaela Hufschmidt sich nach der Siegerehrung bei Hauptorganisator Carsten Krebs bedankte, meinte sie scherzhaft: „Falls wir dürfen, kommen wir nächstes Jahr gerne wieder.“ Vielleicht schaffen sie es dann ohne Odyssee vom gallischen Dorf ins Schwabenland.

Publikation:  Gäubote
Datum:        10. September2013
Seite:          10

 

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