TV Vorst konnte nur eine Halbzeit lang mithalten
Veröffentlicht am30. November 2014
von marcus
Im Heimspiel unserer 1.Männermannschaft gegen den TV Vorst war das Spiel nur eine Halbzeit lang ausgeglichen. Bei einem Pausenrückstand von nur 14:17 Toren war aus Sicht der Gäste die Welt noch in Ordnung. Für die zweite Spielhälfte hatte ATV-Coach Achim Schürmann seinen Jungs jedoch mehr Offensivpower und schnelleres Umschaltspiel ins Pflichtenheft geschrieben. Was die Jungs dann auch auf dem Spielfeld umsetzten, um am Ende deutlich und verdient mit 41:26 Toren beide Punkte in der Vogtei zu behalten. Da Liga-Konkurrent Gladbach zu Hause gegen Langenfeld patzte (22:26), führt der ATV die Tabelle wieder mit drei Punkten Vorsprung an.
ATV hält Vorst am Ende klar auf Distanz
In der Handball-Oberliga der Männer musste der TV Aldekerk gegen den noch punktlosen Tabellenletzten durch eine schwache zweite Viertelstunde. Dann aber brachen beim Gegner alle Dämme, und ATV gewann mit 41:26 (17:14).
VON REINHARD PÖSEL
aldekerk Die Aldekerker Handballer legten los wie die Feuerwehr. Gegen eine vor allem zu Beginn des Spiels harmlose Vorster Mannschaft stand es nach gut zehn Minuten bereits 10:2 für den ATV. Und manch ein Aldekerker Anhänger entdeckte sich dabei, wie er das Ergebnis auf die gesamte Spielzeit hochrechnete. Und wieder waren es die gleichen Protagonisten im Aldekerker Lager, auf die auch zuletzt schon Verlass war: Matome Rampyapedi, der den an der Schulter verletzten Norbert Dickel (Trainer Achim Schürmann: „Seine Pause war aber in erster Linie eine Vorsichtsmaßnahme und diente der Schonung.“) makellos auf der rechten Außenposition ersetzte, Thomas Jentjens auf der Rückraumrechten, Fabian Schneider, der allerdings im zweiten Spielabschnitt ungewohnt viele klare Torgelegenheiten ausließ, und Can Greven, der nicht erst durch seinen Bartwuchs handballerisch immer erwachsener wird.
Doch bevor der TV Aldekerk die Vorster Gegenwehr so richtig geknackt hatte, musste er nach dem vorzüglichen Beginn in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs durch einen richtig tiefes Tal der Tränen. Was zum Teil auch damit zusaammenhing, dass Trainer Schürmann den klaren Vorsprung dazu nutzte, um den gerade der Jugend entwachsenen Christopher Tebyl auf der Spielmacherposition auszuprobieren. Der lange Schlacks hatte in den sechs Minuten, in denen ihm die Regie in die Hand gelegt wurde, nicht wirklich Glück. „Wenn nicht in so einem Spiel, wann soll ich dann junge Leute heranführen?“, fragte Schürmann nach dem Spiel. Das Schöne im Handball ist aber auch, dass man seine Entscheidung jederzeit korrigieren kann – und trotzdem im Sinne der Aldekerker Handball-Philosophie alles richtig gemacht hat.
Im zweiten Viertel des Spiels verlor der Tabellenführer seine Linie, Vorst verkürzte Tor um Tor und ging regelrecht euphorisiert mit einem Rückstand von nur noch drei Toren in die Kabine. 17:14 lag der ATV nur noch vorne – Anlass für Schürmann in der Halbzeitpause ordentlich Dampf abzulassen. Nach vier von zehn möglichen Minuten – Schürmann: „Mehr Zeit brauchte ich nicht, die aber hatten es in sich.“ – standen die Aldekerker Spieler wieder auf der Platte.
Jetzt stimmte bei ihnen wieder die Körperspannung – insbesondere in der Abwehr – mit der Konsequenz für die Vorster Angreifer, dass sie den anderen Wind im Aldekerker Team körperlich spürten. Und mit einer präsenteren Verteidigung bekam dann auch Aldekerks Keeper Christian Thommessen immer mehr Bälle zu fassen. Der nächste Dominostein im Aldekerker Spiel, der kippte, war das wieder auflebende und immer konsequenter zuendegebrachte schnelle Umschaltspiel. Der ATV kam auf Touren, während die Vorster mit ihrem Latein allmählich am Ende waren und in den letzten zehn Minuten des Spiels auf dem Zahnfleisch gingen.
Tor um Tor baute der ATV nun seinen Vorsprung aus. Schneider, Greven – Greven, Schneider, zwischendurch mal Lukas Hüller und Jonas Mumme vom Kreis, zur Abwechslung auch Jentjens, ehe Schneider und Greven das Zepter wieder übernahmen. Und wie schon angedeutet, hätte Schneider bei einigen Aktionen nicht das Wurfpech so hartnäckig an den Fingern geklebt, wären auf Aldekerker Seite noch mehr Tore gefallen. So stand es am Ende 41:26 für den ATV, der die zweite Halbzeit mit 24:12 für sich entschieden hatte.
Im weiteren Verlauf des Abends sickerte die Information durch, dass zwei der hartnäckigsten Meisterschaftsrivalen der Aldekerker Mönchengladbach zeitgleich verloren hatten. Jetzt wurde der Abend in der Vogteihalle so richtig schön – und keiner redete mehr von dem nicht schön anzusehenden Durchgänger der Aldekerker in der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs. Dass der an den Kräften zehrende Pokalsieg der Gladbacher in der Vogteihalle ihnen im darauf folgenden Meisterschaftsspiel gegen die SG Langenfeld auf die Füße fallen könnte, hatte Aldekerks Trainer Schürmann vorausgeahnt. Allerdings müssen es die Aldekerker gegen eben diesen Gegner, den viele vor der Saison ganz weit oben erwartet hatten, am Samstag erst einmal besser machen.
Schneider, Greven und Jentjens in Wurflaune
TV Aldekerk: Thommessen, Lindenau – Schneider (10/5), Greven (8), Jentjens (8), Hüller (5), Mumme (4), Kleinelützum (3), Rampyapedi (2), Culm (1), Kempmann, Tebyl, Küsters.
Nächstes Spiel: SG Langenfeld – TV Aldekerk (Sa., 17.30 Uhr, Sporthalle des Konrad-Adenauer-Gymnasiums).
Publikation Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe Rheinische Post Geldern
Erscheinungstag Montag, den 01. Dezember 2014
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