1.Männer gewinnen Auswärtskrimi bei den Bergischen Panthern

Veröffentlicht am11. Januar 2015

von marcus

Das Spitzenspiel in der Handball-Oberliga am vergangenen Sonntag, den 11.1., hielt in jeder Sekunde, was man von einem solchen Match erwarten darf. Hochklassiger Handballsport zweier Teams auf Augenhöhe, Spannung, Nervenkitzel pur und einen ATV, der in den entscheidenden Momenten einfach die besseren Nerven hatte. So gelang es dem Team von Coach Achim Schürmann, sich im Verlauf der zweiten Hälfte mit vier Toren vorentscheidend abzusetzen. Die Panther konnten sich zwar noch herankämpfen, am Ende jedoch reichte es für einen knappen, aber verdienten 35:34 Erfolg des ATV.

ATV gelingt „big point“ bei den Panthern

Handball-Oberliga Männer: Nach 60 nervenaufreibenden Minuten jubelten die Aldekerker Spieler. In der Max-Siebold-Halle hatten sie die Bergischen Panther mit 35:34 (17:18) besiegt. Nötig dazu war eine Leistungssteigerung nach der Pause.
VON REINHARD PÖSEL

ALDEKERK Wenn man Daumen und Zeigefinger einer Hand sehr eng zusammenführt, dass gerade noch eine Seite Papier dazwischen passt, dann in etwa bekommt man ein Gefühl dafür, wie eng gestern Abend die Begegnung zwischen dem Tabellenführer TV Aldekerk bei der individuell sehr stark aufgestellten HSG Bergische Panther verlief. Daran änderte der 80 Sekunden vor Schluss verwandelte Siebenmeter von Fabian Schneider nichts, der den ATV auf 34:31 in Führung gebracht hatte. 30 Sekunden später – in dieser Zeit lag ein geblockter Wurf von Schneider und zwei schnelle Treffer der Panther durch Alexander Zapf und Mathias Fuchs – waren die Gastgeber wieder bis auf ein Tor herangekommen.

Doch gegen eine offene Deckung der Panther machte der ATV anschließend alles richtig. Schneider, der zuvor in einigen Aktionen ein nicht ganz so glückliches Händchen bewies, schloss mit der ganzen Cleverness seiner Erfahrung erfolgreich ab. Die letzten 30 Sekunden auf der Uhr konnte kaum noch etwas passieren. Zwar verkürzte Fuchs den Rückstand noch einmal, am 35:34-Sieg der Aldekerker in der sehr gut besuchten Max-Siebold-Halle in Burscheid-Hilgen änderte das nichts mehr. Und so durften sich die Grün-Weißen in einem gutklassigen Oberliga-Spiel den Beifall der eigenen Anhänger abholen, die trotz der verhältnismäßig langen Anreise den Aufwand dafür am späten Sonntagabend nicht gescheut hatten und ihrer Mannschaft den Rücken stärkten.

Sie erlebten ein jederzeit spannendes Spiel, in das die Gastgeber besser hinein fanden. Das lag mit entscheidend auch daran, weil die Aldekerker in der Abwehr überraschend zurückhaltend zu Werke gingen. So rauschten die Würfe von den halben Rückraumpositionen reihenweise in den ATV-Kasten. Ein Manko, das ATV-Trainer Achim Schürmann dann auch in das Zentrum seiner Ansprache während der ersten Auszeit nach etwa einer Viertelstunde stellte. „Es konnte aber auch nicht angehen, dass wir uns in einem Spitzenspiel befinden und zusehen, wie uns der gegnerische Rückraum ohne einen Körperkontakt die Bälle aus sieben, acht Metern in die Maschen haut“, sagte Schürmann nach dem Spiel. Mit dem Angriff seiner Mannschaft sei er hingegen zufrieden gewesen, „sofern die Spieler sich an die Absprachen hielten und den Ball laufen ließen und sich nicht an irgendwelchen Risikobällen versuchten“.

In der 18. Spielminute ging der ATV nach einem Treffer von Tobias Dickel mit 12:11 zum ersten Mal an diesem Abend in Führung. Vorher lag er schon einmal mit drei Toren zurück, beim 15:13 (22.) nach feinem Bodenpass von Lukas Hüller auf Jonas Mumme aber auch mal mit zwei Toren vorne. In die Pause gingen dann die Panther mit einer dünnen 18:17-Führung. Also auch in den ersten 30 Minuten wogte die Begegnung hin und her, entwickelte sich ein Abnutzungsspiel auf Augenhöhe.

Bereits im Vorfeld der Partie hatte Schürmann seine Mannschaft darauf eingeschworen, nicht den Schlagabtausch Mann gegen Mann zu suchen. „Gegen die individuelle Klasse des Gegners ziehen wir den Kürzeren“, war sich Schürmann sicher. Der ATV-Coach hatte eine Siegchance ausgemacht, wenn sein Team ihre Geschlossenheit betonen würde. „Und in der Abwehr wollte ich im zweiten Spielabschnitt echte Lebenszeichen sehen“, betonte der Aldekerker Trainer, der die zehnminütige Pause in der Kabine bis zum Anschlag ausnutzte. Neben der Forderung nach einer bissigeren Abwehr, die dann auch den Torleuten eine Chance gibt, Bälle abzuwehren, landete er einen Königsgriff, indem er die Koordination des Aldekerker Angriffsspiels in die Hände von Christoph Kleinelützum legte. Mit ihm zog eine größere Sachlichkeit in die Offensivaktionen der Grün-Weißen ein.

Die Aldekerker standen zu Beginn des zweiten Durchgangs keine drei Minuten auf der Platte, da hatten sie den knappen Rückstand in einen Drei-Tore-Vorsprung verwandelt. „In dieser Phase war der Gegner einfach wacher“, musste Panther-Trainer Marcel Mutz einräumen. Weitere sieben Minuten später führte der ATV 26:22 und befand sich auf einem guten Weg, mit einem Auswärtserfolg zum Rückrundenstart einen „big point“ zu landen. Doch dann vergaben die Schürmann-Jungs drei Siebenmeter, Hüller und Thomas Jentjens scheiterten mit unkontrollierten Abschlüssen am jetzt besser werdenden Damian Bungart im Kasten der Panther und prompt spitzte sich die Dramatik des Spiels in der Schlussphase noch einmal zu.

„Ich bin jetzt aber auch fix und fertig“, gab Trainer Schürmann nach dem Schlusspfiff zu. Der Aldekerker Trainer begriff dann sehr schnell, was der Sieg nach der Niederlage der Gladbacher tags zuvor bedeutet. „Gladbach fällt weiter zurück, die Panther haben wir mit zwei Siegen abgeschüttelt, jetzt ist Lobberich unser größter Konkurrent“, analysierte Schürmann die Situation an der Tabellenspitze. Und bei alledem hat der ATV alles in der eigenen Hand. Am kommenden Samstag auch. Dann empfängt er eben diesen TV Lobberich.

Die Statistik
Fabian Schneider trifft spät, aber entscheidend

ATV: Lindenau, Thommessen – Schneider (8/1), Greven (6), Jentjens (6), Kleinelützum (5/1), Rampyapedi (3), Mumme (3/1), Hüller (2), Dickel (2), Küsters, Kempmann, Culm.

Torschützen Panther: Zapf (9/2), Kluge (7/2), Wolter (5), Fuchs (5), Hattig (3), De la Fuente (2), Faust (2), Reinacher (1).

Nächstes Spiel: TV Aldekerk – TV Lobberich (Samstag, 17. Januar, 19.30 Uhr, Vogteihalle).

Publikation         Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe      Rheinische Post Geldern
Erscheinungstag  Montag, den 12. Januar 2015
Seite                 20

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