1.Männer ringen Tabellenzweiten Lobberich nieder

Veröffentlicht am17. Januar 2015

von marcus

Im Spitzenspiel der 1.Männermannschaft gegen den Tabellenzweiten aus Lobberich hatten die Gäste den eindeutig besseren Start. Eine löchrige ATV-Abwehr, wenig Spielfluss im Angriff und ungewohnte Fehler nutze Lobberich routiniert aus. So führten die Gäste zeitweise mit vier Treffern, bevor der Turnverein zur Halbzeit dann doch noch auf 14:16 verkürzen konnte. Zur 2.Hälfte hatten dann unsere Männer den besseren Start und konnten nach 10 Minuten zum 17:17 ausgleichen. Je länger das Match dauerte, desto besser kam der ATV jetzt ins Spiel und vor allem die Rückraumschützen Thomas Jentjens und Christoph Kleinelützum konnten Bastian Nagel im Tor der Lobbericher ein ums andere Mal bezwingen. Die ATV-Abwehr stand jetzt deutlich besser und ließ so gut wie nichts mehr zu. Und wenn die Gäste dann doch mal zum Torwurf kamen, scheiterten sie mehrmals an ATV-Keeper Florian Lindenau. Über 24:20 und 28:25 zeigte die Anzeigentafel am Ende einen verdienten 31:26 Erfolg des ATV, der damit seine Spitzenposition in der Liga festigen kann.

Viele kleine Helden führen ATV zum Sieg

Handball-Oberliga Männer: Der TV Aldekerk setzte vor 600 Zuschauern seinen Siegeszug fort. Diesmal wurde Aufsteiger und Tabellenzweiter Lobberich in die Knie gezwungen. Der ATV gewann mit 31:26, zur Pause lag er noch 14:16 hinten.
VON REINHARD PÖSEL

aldekerk Großkampfabend in der Vogteihalle. Vor dem Eingang stauten sich die Besucher in einer mehrere Meter langen Schlange, die bis hinunter an den Slousenweg reichte. Schließlich gaben rund 600 Zuschauer dem Spiel einen tollen Rahmen. „Den haben sich beide Teams aber auch verdient“, sagte später Bastian Nagel. Der ehemalige Aldekerker stand diesmal im Lobbericher Kasten. Zudem wusste er mit Christopher Liedtke, Stefan Pietralla und Christian Welzel drei weitere Spieler in seinen Reihen, die einige ihrer guten Jahre auf dem Aldekerker Parkett erlebt hatten.

Das allein trug schon Zündstoff in diese Partie, die Tabellenkonstellation tat ein Weiteres: Der Sieg in der Vorwoche in Mönchengladbach hatte Lobberich zum alleinigen Verfolger des TV Aldekerk gemacht. „Schon auf der Rückfahrt von Burscheid drehte sich bei uns alles nur um dieses eine Spiel“, verriet der Aldekerker Christoph Kleinelützum. Der 32-Jährige hatte mit einer starken Leistung großen Anteil daran, dass die Aldekerker nach einem 12:14-Rückstand zur Pause noch mit 31:26 gewannen. Nagel nannte für den ATV-Sieg einen entscheidenden Grund. In seinen Augen habe „die größere Physis und die qualitativ besser besetzte Bank“ den Ausschlag zu Gunsten des ATV gebracht. Er schien aber trotzdem mit der Niederlage leben zu können. „Denn wer hätte gedacht, dass es in dieser Phase der Saison zum Spitzenspiel zwischen uns als Aufsteiger und dem ATV kommt“, stellte er fragend in den Raum und heftete damit jeder Mannschaft ein Fleißkärtchen ans Revers.

Die Lobbericher folgten im Spiel zwei taktischen Strängen. Zum einen verschleppten sie gnadenlos das Tempo. Sie wurden darin durch die Schiedsrichter bestärkt, die sehr spät erst den Arm zum Zeichen einer nicht druckvollen Aktion auf das Tor hoben. „Zeitspiel abgepfiffen haben sie aber kein einziges Mal“, kritisierte ATV-Trainer Achim Schürmann. Eine weitere Vorgabe, mit der die Lobbericher den Tabellenführer treffen wollten, war die Einengung der Kreise von Fabian Schneider, den sie fast in Manndeckung nahmen. So musste sich der Aldekerker Linksaußen bei Torwürfen auf seine Auftritte an der Siebenmeterlinie beschränken. Das machte er jedoch souverän und abgezockt bis hinein in die Fingerkuppen seiner Wurfhand.

„Was uns gar nicht hätte passieren dürfen“, schimpfte Schürmann, „dass wir uns wieder einmal auf überflüssige Kleinkriege einlassen.“ Der Aldekerker Trainer sprach damit die Situationen an, in denen seine Spieler mit dem Kopf durch den Lobbericher Abwehrriegel wollten, anstatt den Ball zirkulieren zu lassen und auf die beste Abschlussmöglichkeit zu warten. Da nützte es auch nichts, dass Tobias Dickel von der Platte kam und den Erfolgsschlüssel gefunden zu haben glaubte. „Wir müssen auf die zweite, dritte oder vierte Chance warten.“ Denn die 1:1-Situationen spielten den Lobberichern in die Karten, die sich nach Balleroberungen und daraus resultierenden Gegenstößen bis auf 13:8 absetzen konnten.

Zu diesem Zeitpunkt waren 20 Minuten vorüber. Von da an begaben sich die Gastgeber auf einen langen Marsch, der schließlich in dem Siegestanz zum Zillertaler Hochzeitsmarsch enden sollte. Matome Rampyapedi kam von der Bank – und stach. Später war es Janis Kempmann, der auch sofort ein Zeichen setzte. Dazu kamen die variablen Rückraumwürfe von Kleinelützum, der nicht nur den eigenen Angriff ruhig und abgeklärt lenkte, sondern zudem mit seinen krachenden Würfen „die ganze Fläche des Lobbericher Tores vermaß“, wie Schürmann anerkennend feststellte. Zudem trafen Thomas Jentjens und Can Greven. Die Aldekerker Abwehr gewann an Qualität durch Tobias Culm. In der Schlussphase des Spiels war es dann Florian Lindenau, der eine Reihe Lobbericher Würfe parierte. Vorgänger Christian Thommessen hatte das Pech, das einige seiner abgewehrten Bälle wieder in den Lobbericher Reihen landeten. Die Helden im Aldekerker Spiel trugen an diesem Abend viele Namen.

Kurz nach der Pause war der Vorsprung der Lobbericher dahin. Sie bäumten sich zwar noch einmal auf und glichen ein 17:19 auf 20:20 (43.) aus. Doch das aufflackernde Feuer war nur von kurzer Dauer. Ein Tor von Kempmann, ein aus der Hüfte abgefeuerter Ball von Lukas Hüller, ein Siebenmeter von Schneider – der ATV führte mit 23:20 (46.) und zog die Schlinge jetzt zu. Und das tat er genauso gnadenlos, wie es die Lobbericher an diesem Abend mit der Tempodrosselung hielten.

Namen & Zahlen
Kleinelützum trifft für den ATV am besten

TV Aldekerk: Thommessen, Lindenau – Kleinelützum (8), Schneider (7/5), Jentjens (5), C. Greven (3), Hüller (2), Rampyapedi (2), Dickel (2), Mumme (1), Kempmann (1), Culm, Vogel (n.e.).

TVL-Torschützen: Pasch (7), Pietralla (5/3), B. Liedtke (5), C. Liedtke (3), Schellekens (2), Nagel (1), Schatten (1), Welzel (1), Föhles (1).

Nächstes Spiel: Adler Königshof – TV Aldekerk (Samstag, 24. Januar, 19.30 Uhr).

Publikation         Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe     Rheinische Post Geldern
Erscheinungstag  Montag, den 19. Januar 2015
Seite                 19

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