Achim Schürmann hört zum Saisonende auf

Veröffentlicht am6. Januar 2017

von marcus

Fünf Jahre ist es bereits her, dass Achim Schürmann seine Trainertätigkeit beim ATV aufgenommen hat. Jetzt hat er in Absprache mit den Verantwortlichen und seinem Team entschieden, zum Saisonende seine Aufgabe als Coach der 1.Männermannschaft aufzugeben. Achim war in diesen fünf Jahren einer der erfolgreichsten Trainer in der langen Handball-Tradition unserer Ersten. Lesen Sie hierzu den nachfolgenden Bericht der Rheinischen Post, Ausgabe Gelderland.

Schür­mann ver­lässt ATV nach der Sai­son

Fünf Jah­re wird Achim Schür­mann dann die ers­te Män­ner­mann­schaft der Al­de­ker­ker Hand­bal­ler trai­niert ha­ben. Der ehe­ma­li­ge Na­tio­nal­spie­ler wur­de mit dem Team Nie­der­rhein­meis­ter und schaff­te den Auf­stieg in die Re­gio­nal­li­ga.

VON REIN­HARD PÖ­SEL

AL­DE­KERK Achim Schür­mann, in der fünf­ten Spiel­zeit Trai­ner des Hand­ball-Re­gio­nal­li­gis­ten TV Al­de­kerk, hat sich nach ei­ge­nem Be­kun­den die Ent­schei­dung nicht leicht ge­macht. Seit No­vem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res lie­fen die Ge­sprä­che zwi­schen ihm und dem Ver­ein, ob man die Zu­sam­men­ar­beit um ein wei­te­res Jahr ver­län­gern soll­te. Kurz vor Weih­nach­ten stand fest: am Sai­son­en­de hört Schür­mann in Al­de­kerk auf.

Der selbst­stän­di­ge Han­dels­ver­tre­ter woll­te ver­mei­den, dass das wäh­rend der ge­sam­ten Zeit sei­ner Tä­tig­keit beim TV Al­de­kerk gu­te Ver­hält­nis zwi­schen ihm, der Mann­schaft und dem „gei­len Ver­ein“ Ris­se be­kom­me. Man wis­se, wie schnell das im Sport ge­hen kann, sagt Schür­mann, der dies­be­züg­lich als ehe­ma­li­ger Na­tio­nal­spie­ler und lang­jäh­ri­ger Trai­ner des OSC Rhein­hau­sen über ei­nen brei­ten Er­fah­rungs­fun­dus ver­fügt. Trotz­dem bleibt es ei­ne Kunst, zum rich­ti­gen Zeit­punkt et­was zu be­en­den.

„Die­ser Punkt ist für mich nach die­ser Sai­son ge­kom­men“, sagt Schür­mann. Wäh­rend er dies sagt, merkt man dem Ton­fall sei­ner Stim­me an, dass es wohl noch ei­ni­ge Zeit braucht, bis er mit der Rich­tig­keit der von ihm jetzt ver­kün­de­ten Ent­schei­dung im Rei­nen ist. Denn es ma­che im­mer noch ei­nen Rie­sen­spaß, mit der Mann­schaft zu ar­bei­ten, sie nach in­ten­si­vem Vi­deo­stu­di­um des Geg­ners auf das nächs­te Spiel vor­zu­be­rei­ten und zu er­le­ben, wie die Spie­ler zu­neh­mend bes­ser den Hand­ball spie­len, den Schür­mann sich vor­stellt.

Der 42-Jäh­ri­ge hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit der Al­de­ker­ker Mann­schaft ei­nen Hand­ball ge­prägt, der der mo­der­nen Aus­rich­tung die­ser Sport­art folgt. Das prä­gen­de Stil­mit­tel heißt: Tem­po auf der Grund­la­ge ei­ner kom­pak­ten Ar­beit in der De­fen­si­ve. „Wenn ich jetzt mei­nen Ab­schied ver­kün­de, dann weiß ich, dass die meis­ten der Be­tei­lig­ten den Schritt be­dau­ern“, so Schür­mann. Das sei für ihn aber ein Zu­stand, auf dem man sich da­nach im­mer wie­der ger­ne sieht und ir­gend­wann ei­ne zwei­te Pha­se der Zu­sam­men­ar­beit be­gin­nen kann. „Der TV Al­de­kerk ist und bleibt für mich ein gei­ler Ver­ein“, be­tont Schür­mann und will sich die­ses gu­te Ge­fühl be­wah­ren. Nichts an­de­res hat sei­ner­zeit auch die ver­stor­be­ne Köl­ner Volks­schau­spie­le­rin ge­meint, als sie vol­ler Me­lan­cho­lie da­von sang, nie­mals ge­he man bei ei­nem Ab­schied so ganz. Weil die Er­in­ne­rung an das ge­mein­sam Ge- und Er­leb­te bleibt. Bei dem, der geht, eben­so wie bei de­nen, die zu­rück­blei­ben.

„Wir hät­ten ger­ne noch ei­ne Sai­son mit Achim wei­ter­ge­macht“, sagt der ehe­ma­li­ge Spie­ler und heu­ti­ge sport­li­che Lei­ter To­bi­as Culm. Der 33-Jäh­ri­ge kann aber die Grün­de von Schür­mann nach­voll­zie­hen, nach En­de die­ser Sai­son in Al­de­kerk Schluss zu ma­chen. Von Ver­eins­sei­te sei man aber nicht kalt er­wischt wor­den, so Culm. Denn nach fünf Jah­ren auf die­sem ho­hen Män­ner­hand­ball-Ni­veau, wie es der TV Al­de­kerk in den Schür­mann-Jah­ren spielt, war laut Culm der ATV dar­auf vor­be­rei­tet, dass trotz der er­folg­rei­chen und stil­prä­gen­den Zeit die ge­mein­sa­me Ar­beit in ab­seh­ba­rer Zeit en­det. „Wir ha­ben jetzt aus­rei­chend Zeit, um mit an­de­ren Trai­nern Ge­sprä­che zu füh­ren“, sagt Culm, wo­bei man sich sei­tens des ATV nicht un­ter zeit­li­chen Druck set­zen will. „Bes­ser ist es, man führt ein Ge­spräch mehr oder lässt ei­ne Wo­che mehr Zeit ver­strei­chen, be­kommt da­für aber ei­ne op­ti­ma­le Be­set­zung die­ser wich­ti­gen Po­si­ti­on.“

Der sport­li­che Lei­ter der ers­ten Al­de­ker­ker Män­ner­mann­schaft, der in der Trai­ner-Ent­schei­dung nichts übers Knie bre­chen möch­te, hat nach ei­ge­nem Be­kun­den ers­te Ge­sprä­che mit Kan­di­da­ten be­reits ge­führt, wei­te­re sol­len fol­gen. Dem ATV ge­he es bei der Aus­wahl ei­nes neu­es Trai­ners dar­um, dass die un­ter Schür­mann ver­folg­te Phi­lo­so­phie „des ex­trem schnel­len und ex­plo­si­ven Of­fen­siv­hand­balls“, wie Culm sie be­schreibt, fort­ge­führt wer­de. Der ehe­ma­li­ge Al­de­ker­ker Ka­pi­tän weiß, dass die Schu­he, die der neue Coach vor­fin­den wird, groß sein wer­den. An­de­rer­seits sei es aber nicht das Ziel des ATV, ei­nen zwei­ten Schür­mann zu su­chen, son­dern je­man­den, der wie der mo­men­ta­ne Trai­ner ei­ne ei­ge­ne Ära in Al­de­kerk be­grün­det.

Fünf Jah­re un­ter Trai­ner Schür­mann

Mit dem En­de der Sai­son wird Achim Schür­mann die ers­te Män­ner­mann­schaft der Al­de­ker­ker Hand­bal­ler fünf Spiel­zei­ten lang trai­niert ha­ben. Die nack­ten Zah­len do­ku­men­tie­ren ei­ne er­folg­rei­che Ägi­de.

Ober­li­ga Nie­der­rhein

Sai­son 2011/12: 1. Ad­ler Kö­nigs­hof (46:10 Punk­te), 2. TV Al­de­kerk (41:15).

Sai­son 2012/13: 1. Neus­ser HV (45:7) . . . 4. TV Al­de­kerk (37:15).

Sai­son 2013/14: 1. SG Ra­tin­gen (43:9) . . . 5. TV Al­de­kerk (34:18).

Sai­son 2014/15: 1. TV Al­de­kerk (49:3). Auf­stiegs­re­le­ga­ti­on ge­gen den Mit­tel­rhein­meis­ter Lon­ge­ri­cher SC (Hin­spiel: 21:26, Rück­spiel: 30:31).

Sai­son 2015/16: 1. SG Lan­gen­feld (37:11), 2. TV Al­de­kerk (33:15). Qua­li­fi­ka­ti­on für die neue Spiel­klas­se aus den Ober­li­gen Nord- und Mit­tel­rhein.

Re­gio­nal­li­ga Nord­rhein

Ak­tu­el­le Sai­son 2016/17: 1. Tu­SEM Es­sen II (18:4) . . . 5. TV Al­de­kerk (15:7) bei 14 Mann­schaf­ten.

Quelle:
Rheinische Post Verlagsgesellschaft
Ausgabe Gelderland
5. Januar 2017

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